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27.03.2012

Sommer Diesel 462, Evolution, oder auf eigenen Füssen stehen

Wer, so wie ich, dass Glück hatte, eine aktuelle Sommer etwas ausgiebiger zu testen, ist überrascht. 
Überrascht deshalb, weil die Rahmengeometrie, Gabel, Federbeine etc. identisch zum alte, Royal Enfield basierten Modell sind. 
Eigentlich sollten die Fahreigenschaften ziemlich identisch sein, sind sie aber nicht :!:

Die aktuelle Kiste fährt sich um Welten besser. 
Das bedeutet nun nicht, dass ich damit wesentlich schneller um die Ecken komme, wirklich überfordert war auch das alte Fahrwerk mit 11 PS nicht.
Aber, auf einmal kann ich absolut spielerisch in die Kurve gehen, eine wirklich exakte Linie fahren, drauf sitzen und sich wohl fühlen trifft es, 
glaube ich ganz gut.
Mit dem Ding kommt jede(r) auf Anhieb zurecht, perfekte Rückmeldung, völlig unkritisches Fahrverhalten.

Die Bestellliste zeigt, mit der Meinung stehe ich nicht alleine.
Nun habe ich mir überlegt, woran liegt das?

Hier der Versuch einer Erklärung aus technischer Sicht:

Der alte Rahmen ist unten offen, der Motor übernimmt eine tragende Rolle.

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Stabilität und Steifheit sind abhängig von der Konstruktion, Material und Rohrdurchmesser.

Die Konstruktion des Rahmenheck`s finde ich ziemlich abenteuerlich.

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Das Schutzblech übernimmt eine tragende Funktion.

Hier erkennt man sehr gut, das Gepäck, Beifahrerin etc. voll an der filigranen Konstruktion hängen, 4 Schrauben...... :lol:

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Hier nun der aktuelle Rahmen, 50 er Oberrohr, klare Linien, Kraftverlauf nachvollziehbar

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Unterzug unten geschlossen, Motor „hängt“ im Rahmen, muss wesentlich weniger zur Stabilität beitragen

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Das führt zu einer klar strukturierten Optik

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Das neue Heck mach auf mich doch einen deutlich stabileren Eindruck, für Weltenbummler beruhigend 8-) 

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20 kg weniger auf der Waage, wo kommen die her?
Was nicht da ist wiegt nichts, klingt banal, ist aber so. 

Toolboxen sind entfallen.
Der Zahnriemen benötigt keinen Kettenschutz

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Gabelbrücken und Steuerrohr anstelle der früheren Casquette

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Instrumentierung ohne Schnickschnack

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© Ina Peters P H O T O G R A P H I E

Bremsankerplatte aus Alu, früher Stahlblech

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© Ina Peters P H O T O G R A P H I E

Schutzbleche aus Edelstahl, etwas schlanker, und Lack nicht nötig, so addiert sich Gramm um Gramm


Ein nicht unwesentlicher Faktor am Fahrgefühl ist sicher auch, dass alles fluchtet, Motor, Getriebe, Räder wirklich präzise in einer Linie laufen.
Bei den alten Modellen war die Geometrie doch eher dreidimensional :mrgreen:

Was mich wirklich beeindruckt, hier wird nicht einfach in die Konfektions-Kiste gegriffen und aus verfügbaren Teilen ein Motorrad zusammengestellt, 
sondern selbst konstruiert und zusammengebaut.

Einige Beispiele:

Batteriehalterung aus Edelstahl

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© Ina Peters P H O T O G R A P H I E

Primärdeckel und Getriebehauptwelle

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Primärgehäuse

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Kasten komplett

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Alutank

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Radsätze mit Edelstahlfelgen und Speichen, Naben noch original :mrgreen:



Wer sich mit Konstruktion etwas beschäftigt hat, kann nachvollziehen, welcher Aufwand hinter diesen Dingen stecken.
Dann muss auch noch jemand gefunden werden, der das preisgünstig und in erforderlicher Qualität produziert, in eher kleinen Mengen.

Die Sommer hat vermutlich erheblich mehr Teile „Made in Germany“ wie die typisch deutsche Marke mit dem Propeller.
Es ist auch nicht angedacht, die Produktion nach Taiwan auszulagern :mrgreen:

Sicher, der Stil hat sich gewandelt, eine aktuelle Sommer fährt keine Oldtimer Optik in der Gegen rum.
Offensichtlich kein Hinderungsgrund, so lange Lieferfristen gab es noch nie..

Meine Meinung, dass Warten lohnt sich ;)

26.03.2012

Sommer Diesel 462, Fahrwerk optimieren.

Auch bei Geschwindigkeiten von 70-95 km/h spielt das Fahrwerk eine gewisse Rolle. Die originalen englischen Federbeine zeichneten sich durch etwas träges Ansprechen auf kurze Wellen, knackige Absätze wie Kanaldeckel etc aus. Der Schwingsattel schluckt extrem viel, aber die Beifahrerin bekommt auf dem Sitzbrötchen ungefiltert alles mit.  


Deshalb rüstete ich auf IKON (Koni Nachfolger) um. Diese werden speziell für die Royal Enfield / Sommer Diesel abgestimmt, Federbasis und Zugstufe einstellbar.
Da der Hauptständer es von Anfang an nicht schaffte, das Hinterrad vom Boden weg zu bekommen, musste er einem längeren Exemplar weichen.
Ist eine Schei..arbeit auf Grund der Federn. Da die neuen Dämpfer aber zu Erreichung wyrdiger Schräglagen aber etwas länger gewählt wurden, war die Maßnahme unumgänglich..

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Die neuen Teile haben keine akustische Funktionskontrolle wie die vorherigen Teile, zum Glück :mrgreen: 

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4 fach verstellbare Zugstufe (Ausfedergeschwindigkeit regulierbar)

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Passen optisch durchaus zum Fahrzeug

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Eine durchaus lohnende Investition, der Federungskomfort laut Aussage von meiner Beifahrerin 10 x Besser, ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Wie früher, da waren Konis eigentlich Pflicht :mrgreen: :mrgreen: 

23.03.2012

Sommer Diesel 462, Hinterrad Aus- und Einbau


Das Hinterrad bei Royal Enfield Bullet bzw. Sommer Diesel auf RE Basis lässt sich erfreulich einfach ausbauen, zumindest im Vergleich zu den meisten aktuellen Motorrädern mit Kette.
Zweckmässigerweise nutzt man den Hauptständer, dann wird die Mutter der Steckachse (24 er) abgeschraubt. Sitzt bei mir rechts, kann aber auch links sein, Achse lässt sich von beiden Seiten verwenden, bei der Sommer empfiehlt es sich, sie von links rein zuschieben (Schalldämpfer rechts). 
Position des Kettenspanners merken :!: 

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Zwischen Rad und Schwinge sitzt eine Buchse, fällt nach Entfernen der Achse meist runter.

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Die Achse komplett rausziehen, geht zumindest bei mir (da gefettet eingebaut) ohne Gewaltanwendung.

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Hier sind alle Teile erkennbar, die kleine Buchse sitzt in der Nabe, erkennbar nachher beim Einbau.

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Das Hinterrad nun Richtung rechte Schwinge ziehen, geht dann aus den Ruckdämpfern raus.

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Die komplette Antriebsseite bleibt unberührt, weder Kettenspannung noch Hinterradbremse müssen angefasst werden.

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Die Ruckdämpfer in der Nabe müssen unbeschädigt sein, nicht schmieren :!: 

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Bei der Gelegenheit, an das Ventil gehört KEINE Kontermutter :!: 
So kann ein Verdrehen der Felge gegen den Reifen vor dem Ventilabriss erkannt werden. Ist mir allerdings bei der Diesel.... :twisted: 

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So ist die Kette korrekt gespannt

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Da das Ritzel vor dem Schwingendrehpunkt sitzt, verkleinert sich die Kettenspannung beim Einfedern. Ebenfalls wird die Hinterradbremse quasi betätigt.

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Deshalb muss die Kette ausreichend Spiel haben, mehrfach messen, entscheidend ist die Stelle mit dem kleinsten Spiel, auch der Bremshebel braucht Luft, sonst kann es u.U. mit Gepäck oder 2. Person zu schleifender Bremse kommen :!:

Soll die Kette gespannt werden, die 17 er Mutter und die 30 er Mutter lösen

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Rasterscheibe eine Kerbe in Richtung straffer verdrehen, Muttern beide festziehen, Bremse hat jetzt weniger Spiel, korrigieren :!: 
Natürlich muss das Hinterrad zum korrigieren der Kettenspannung NICHT ausgebaut werden, da reicht ein Lösen der Steckachse.
Wurde hier und hier ausführlich erklärt, die Bilder dienen nur zur Verdeutlichung.

Hinterrad wieder einsetzten, in die Aussparungen der Ruckdämpfer drücken

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Vorher erwähnte Buchse mit etwas Fett einsetzten

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Die mit einem Hochdruckfett eingeschmierte Achse etwas durchschieben

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Distanzhülse rein

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Achse durchschieben, Rasterscheibe in richtige Kerbe stellen, 24 er Mutter festziehen, mit Gefühl :!: 
Splint wieder reinstecken.

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Wurde die Kettenspannung verändert, Spiel der Fußbremse, Einstellung Bremslichtschalter prüfen :!: 

Die Bremse darf auch unter Belastung mit 2 Personen keinesfalls schleifen, 
eine zu straff gespannte Kette geht voll auf die Lager, nicht empfehlenswert :mrgreen:

Test: Moped mit 2 Personen belasten, Kette und Fußbremse müssen jetzt noch etwas Spiel haben :!: