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19.04.2017

Bike Lampe SIGMA BUSTER 2000 HL

Da ich jetzt doch ab und zu Nachts durch den Wald fahre, ich da nur ungern nach Gefühl fahre, legte ich mir eine adäquate Lampe zu

 




Kann auf dem Helm oder am Lenker montiert werden, hat eine Fernbedienung, macht alles qualitativ für mich einen guten Eindruck.
 






Wer damit im Wald nichts sieht, braucht den Hund und die Armbinde



Lampe mit Helmhalter und dem Kabelstück 111g, nach meiner Küchenwaage. Akku 366 g inklusive Kabel, der ist auch mit 9,5 x 4,5 x 4,5 cm wohl eher was für Rucksack oder Bike Rahmen, je nach Ort der Lampe. 7,2V, 6,4AH
Lampe mit Helmhalter und dem Kabelstück 111g, nach meiner Küchenwaage.
Akku 366 g inklusive Kabel, der ist auch mit 9,5 x 4,5 x 4,5 cm wohl eher was für Rucksack oder Bike Rahmen, je nach Ort der Lampe. 7,2V, 6,4AH
Laut Sigma 2,3 h bei 2000 Lm (volle Leistung)
5 h bei 1100 Lm
10 h bei 600 Lm
20 h bei 300 Lm
Stufe 1 ist wirklich hell, brauchst du wohl nur bei bergab ballern, 2 reicht fast immer, 3 wenn du gemütlich bergauf pedalierst, 4 in der City bei beleuchteten Strassen, so meine Einschätzung.
Wobei auf der Strasse Lampe am Helm eher kritisch zu betrachten ist. Die Lampe ist nicht StVZO tauglich. 

02.03.2017

Brose Pedelec Motor im Detail

Ich bekam einen defekten Brose Motor „gespendet“, gute Gelegenheit, sich den Motor etwas detaillierter anzuschauen. 

Im Rahmen sieht er bekannterweise so aus, Bike steht auf dem Kopf, Pfeil gleich Drehrichtung





Der Deckel sitzt in einer Passung sehr satt



Der E-Motor treibt das Sonnenrad an



hier deutlich zu erkennen, dass Hohlrad ist fest im Gehäuse verankert







Hier die Kraftübertragung mit Gates




Im Bild zu erkenn, der Spanner für den Zahnriemen (Gates)





Die Spannung wird über eine Madenschraube eingestellt





Der Spanner selbst wirkt sehr robust und hat ein gekapseltes Lager


Spanner2.jpg 


Nun zur Funktion der Freiläufe.
Wir haben einmal die Tretlagerwelle (im Bild mit Kurbel bezeichnet),
dann den Sitz des Spiders (Kettenblatt) und die Riemenscheibe, hier mit Motor bezeichnet.

Ich arbeite jetzt mit den Bildbezeichnungen:
Freilauf 1 trennt Kurbel und Kettenblatt. Trete ich vorwärts in die Kurbel, wird das Kettenblatt mitgenommen (und nur das, sonst nichts im Motor), trete ich rückwärts, passiert nichts, Kettenblatt bleibt stehen. Rotation des Kettenblatts hat bei funktionierendem Freilauf 1 keinerlei Auswirkungen auf die Kurbel.



Der Freilauf 1 sitzt hier




Sieht darunter so aus





Wirkt auf die komplette Welle


F1-3.jpg 


Sind lauter kleine „Hämmerchen“, besser vielleicht als Klemmkeile zu bezeichnen


F1-4.jpg 


Die arbeiten quasi geräuschlos mit relativ wenig Verzögerung


F1-5.jpg 


Freilauf 2 trennt Kettenblatt von Motor.
Bewegt sich das Kettenblatt vorwärts, wird der Motor nicht mit angetrieben, beeinflusst. Würde ich das Kettenblatt rückwärts drehen, dann würde der Motor mit durchgedreht.
Das kann ich aber nicht, da Freilauf 1 Kurbel von Kettenblatt in diesem Fall trennt. 



Freiläufe.jpg 


Hier jetzt im Detail, bewegt sich die Riemenscheibe (roter Pfeil) im Uhrzeigersinn, nimmt sie das Kettenblatt (gelber Pfeil) mit.
Auf Kettenblatt wirken dann also zum einen die Kraft des Fahrers (der Fahrerin) plus die Kraft des Motors (je nach Einstellung unterschiedlich stark).
Dreht sich das Kettenblatt schneller als der Motor, wird der Freilauf aktiv.


F2-1.jpg 


Der Freilauf 2 sitzt hier:


F2-2.jpg 


Funktionsweise mit dem Klemmen wie bei Freilauf 1.

Anmerkung:
Das Innenleben macht haptisch einen sehr guten Eindruck, sämtliche Lager waren leichtgängig, wirkt alles sehr wertig. Die Lager sind Standart-Grössen, z.B. CW6807ZV


Dem Motor sieht man an, dass er eigentlich nicht für Pedelecs konstruiert wurde, Industriestandart im positive Sinn.


Wird ggf. ergänzt.

29.01.2017

RockShox Pike, Funktion, Tuning, AWK (Ausweichkammer), Teil 2

Im Teil 1 versuchte ich die Funktion der Gabel zu erklären. 
Hier im Teil 2 möchte ich darstellen, wie das System AWK technisch funktioniert.
Einbau, Abstimmung, Vorteile etc. werden dann im Teil 3 besprochen.
Wie fast immer in meinem Blog, ist das Thema für interessierte Einsteiger gedacht, Profis brauche ich nichts zu erläutern, falls jemand einen Fehler findet, bitte Nachricht hinterlassen.

Hoffe, es ist inzwischen klar, dass die Grösse der Positiv Kammer starken Einfluss auf die Kennlinie der Gabel hat. Sensibles Ansprechen ohne bei jeder Stufe durch den Federweg zu rauschen, nach Sprüngen nicht durchschlagen sind gegensätzliche Anforderungen. Abstimmen ist nicht ganz einfach, zeitaufwändig, ist auch ein Unterschied, ob ich Waldwege im Westerwald oder Trails am Lago di Garda fahre. Zum Entfernen oder Hinzufügen eines Token muss die Gabel drucklos gemacht werden und die Abdeckkappe mit einer 24 er Nuss entfernt werden, klinische Sauberkeit wurde schon erwähnt, sonst ruiniere ich mir schnell das Standrohr. Also nichts, was ich auf dem Trail mal eben...



Ein weiterer Nachteil der Token wurde schon angesprochen, mit zunehmendem Einfedern steigt die Kennlinie sprich Progression stark an, die Gabel verhärtet dann am Schluss des Federwegs stark. 

Eine technische Lösung gibt es von CHICKADEEHILL, ursprünglich für sich selbst und Bekannte gebaut, inzwischen über Fahrrad-Fahrwerk erhältlich,

AWK, bedeutet Ausweichkammer. 


AWK ersetzt die Abdeckkappe, ist eine weitere Luftkammer. Der Trennkolben zwischen AWK und Positiv Kammer ist beweglich.


Ich habe 2 Ventile, dass mit dem Kreis Segment markierte befüllt die AWK Kammer

das zweite über die Kolbenstange die Positiv Kammer
Die folgenden Skizzen sind nicht Maßstabsgetreu, dienen nur dem Verständnis der Funktion.
Beginnen wir im ausgefederten Zustand:
Der Druck in der AWK Kammer muss immer dem1,8 bis 2,2 fachen Druck in der Positiv Kammer entsprechen, im Ruhezustand ist der AWK Kolben voll ausgefahren, der Druck in der AWK Kammer sollte 160 PSI nicht überschreiten, bei unbefüllter Positiv-Kammer (darf der Druck) in der AWK Kammer 90 PSI nicht überschreiten.
Wie farblich dargestellt haben wir nun in der Positiv- und Negativ-Kammer den identisch Druck, in der AWK etwa den doppelten Druck der unteren Kammern.
Was passiert nun, wenn die Gabel teilweise ein federt?
Der SA-Kolben bewegt sich nach oben, Positiv-Kammer verkleinert sich, Druck steigt. Negativ Kammer vergrößert sich, da der Bypass jetzt verschlossen ist, findet kein Druckausgleich mehr zwischen den Kammern statt, Druck in N-K sinkt. AWK Kolben bewegt sich auf Grund des doppelten Drucks in der Kammer noch nicht. Bei einem Druckverhältnis von 2/1 und einem Federweg von 160mm liegt der Arbeitspunkt (Start der Bewegung) bei ca. 90mm Federweg. AWK verhält sich also wie ein grosser Token.
Federt die Gabel weiter ein, steigt der Druck in der P-K stark an, erreicht irgendwann den Druck der AWK. Nun beginnt der AWK-Kolben nach oben zu wandern, damit flacht die Progression ab, der zur Verfügung stehende Federweg wird ähnlich einer linearen Stahlfeder effizient genutzt.
Detaillierte Einbau Dokumentation, Einstellung, Erfahrungen auf dem Trail folgen im Teil 3, wenn der Schnee......


23.01.2017

ROCKSHOX PIKE RC, Funktion, Tuning, AWK (Ausweichkammer) Teil 1

Ich möchte hier für Interessierte als Basic Wissen die Funktion einer Pike RC darstellen. Für die Profis sicher ein alter Hut, aber ich musste mich da auch erst durchfressen, um zu Verstehen, welche Wirkungsweise die einzelnen Bauteile haben, was ich mit Modifizieren wie beeinflusse.
Begriffe lassen sich im Lexikon nachlesen, wusste vorher auch nicht, was mit „Casting“ gemeint war.
Quelle und © SRAM, eigene Bilder

Federgabel Lexikon


Sich Gedanken über Feineinstellung, Tuning zu machen, hat meines Erachtens wenig Sinn, wenn man die grundlegenden Funktionen der Gabel nicht verstanden hat. In dem Thread geht es ausschließlich um Federung, nicht um Dämpfung! Das trenne ich bewusst, sonst wird es noch unübersichtlicher 


Als Beispiel nehme ich eine Schnittzeichnung von SRAM, die ich dann mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln nicht massstabsgetreu modifiziert habe. Es geht erst einmal ums Grundverständnis, dann um Abstimmung mit Token, Thema AWK kommt dann zum Schluss. 


Los geht`s:

In Motorrädern verwendet man überwiegend Stahlfedern als Federelement. Bei Mountainbikes sind die, Ausnahme Downhill, aus Gewichtsgründen nicht mehr üblich, komprimierte Luft ist heute üblich. Hat Vor- und Nachteile, da gehe ich später noch detaillierter darauf ein.
Vorteil ist zumindest, lässt sich relativ einfach für unterschiedliche Gewichte anpassen.
Dazu verwendet man eine Federbeinpumpe, sinnvollerweise Druckstufe offen, damit die nicht eine Messung des Sag beeinflusst. Die Luft fliest in die Positivkammer und drückt den SA-Kolben nach unten. Dieser ist über die Luftführungsstange mit dem Unterteil der Gabel, genannt Casting, fest verbunden. Er bewegt sich beim Einfedern also im Standrohr, das in der Gabelbrücke verpresst ist, nach oben.
Der SA-Dichtungskopf dichtet das Standrohr nach unten ab.



Bei Arbeiten in der Gabel ist penibelste Sauberkeit Pflicht, mit der Seegering Zange abrutschen und die Luftführungsstange verkratzen, dann wars das mit dem Druck.




Ein Sandkorn auf dem Schaumstoffring oder der Dichtung zerstört das Standrohr irreparabel!




Der Bereich zwischen SA-Kolben und SA Dichtungskopf ist die Negativkammer. In ausgefedertem Zustand sitzt der SA-Kolben auf Höhe eines Bypass, der ermöglicht einen Druckausgleich zwischen Positiv- und Negativkammer, im ausgefederten Zustand ist der Druck ober- und unterhalb des SA-Kolbens also identisch.




Was passiert nun beim Einfedern?
Die Positivkammer wird kleiner, der Druck steigt an. Die Negativkammer wird grösser, der Druck sinkt ab (daher der Begriff Negativ...).
Unterhalb des SA-Dichtungskopf befindet sich ja auch Luft, die ist normalerweise etwa auf Höhe des Luftdruck der Umgebung. Federt die Gabel ein, wird dieser Raum auch massiv verkleinert.



Fülle ich beim Kundendienst hier deutlich mehr Öl als die von Rockshox vorgegebenen 10 ml ein, verkleinere ich den Raum, was zu einem höheren Druck und ggf. zu einer höheren Endprogression führt, die Gabel federt am Schluss des Federwegs nicht mehr voll ein.

Genau betrachtet haben wir also drei Luftkammern, Positiv-, Negativ und Casting. Bei der Solo Air kann ich nur den Druck und der Positivkammer einstellen, Dual Air Gabeln haben kein Ventil oder Bypass zwischen Positiv- und Negativkammer, dafür ein 2. Ventil, sitzt meistens unten.

Nun kommen wir zu den Kennlinien. Die Diagramme beschreiben, bei welchem Federweg welche Kraft dem Einfedern entgegen wirkt:



Stahlfedern haben im Regelfall eine lineare Kennlinie, also eine gleichmässige Kraftzunahme pro zurückgelegtem Federweg. Luftfedern immer eine Kurve. Am Anfang ein kurzer Widerstand, interpretiere ich als Losbrechmoment, die Dichtungen kleben immer etwas. Dann ein Mittelteil, der fast linear als Gerade verläuft, am Schluss steigt die Kurve an, was bedeutet, die Kraft / cm Federweg steigt immer mehr an.

Nun zur Praxis, normalerweise wird eine Gabel so eingestellt, dass ich im Stand, Fahrer(in) Hände am Lenker, Füße auf den Pedalen, Fahrposition eingenommen, die Gabel um einen bestimmten Betrag schon ein federt. Der schwankt je nach Gabel und Einsatzzweck (Cross Country natürlich weniger als Downhill) zwischen etwa 10 und 30% des gesamten Federweges (Sag). Sinn ist, dass die Gabel bei kleinen Unebenheiten auch ausfedern kann, so das Rad Bodenkontakt und Haftung behält.

Etwas komplexer wird es, wenn ich 20% Sag einstelle, dann bei Sprüngen die Gabel auf Block geht, also bis zum mechanischen Anschlag durchschlägt (wie geschrieben, Dämpfung, Druckstufe in einem anderen Thread). Erhöhe ich jetzt den Druck in der Positivkammer, schlägt die Gabel nicht mehr durch,aber ist bei kleinen Unebenheiten zu hart, federt da noch nicht.


Die Pike hat für solche Fälle Token vorgesehen, sind einfach Plastikstopfen, die die Positivkammer Volumen mässig verkleinern.






In der Gabel sieht das schematisch dann so aus:



Was bewirkt das Reduzieren des Volumens nun?
Federt die Gabel ein, steigt der Druck schneller an, ist auf der roten und blauen Kurve im Diagramm schematisch zu erkennen. Ich kann mit relativ niedrigem Druck fahren, die Gabel arbeitet bei kleinen Unebenheiten sensibel, schlägt bei Sprüngen trotzdem nicht durch.
Allerdings wird die Gabel zum Ende des Federwegs dann massiv härter, nutzt u.U. den Federweg nur noch bei sehr hartem Fahrstil voll aus.

Ein findiger Konstrukteur hat sich da Gedanken gemacht, Stichwort AWK = Ausweichkammer.
Dazu später mehr.