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20.06.2012

Sommer Diesel 462, Kettenöler

Wer Motorrad ohne Kardan oder Zahnriemen fährt, kennt das ewige Theater mit der Kettenpflege. Vernünftige Kettenkästen a la MZ gibt es auch keine mehr, zumindest mir nicht bekannt. Da der Diesel ja nicht mit überschäumender Leistung protzt, fahre ich jetzt seit knapp 5000 km eine konventionelle Kette ohne O-Ring, läuft etwas leichter, vernünftige Pflege vorausgesetzt. 
Da sich Kettenöler doch positiv auf die Lebensdauer auswirken, ging ich das Thema mental an. Als Schwabe hatte ich wenig Verlangen, da wirklich viel Geld hinzulegen, Unterdruck Systeme fallen beim Diesel eh flach, auf Kabel und elektronische Bauteile bin ich bei einem glücklicherweise übersichtlich gebautem Moped keine Lust.


Das ganze sollte optisch auch zum Stil des Fahrzeuges passen.


Im Forum wurde mir das empfohlen: Tropföler


Mit gut 14€ inklusive Versand auch für Schwaben bezahlbar.
Als erstes galt es einen passenden Platz am Moped zu finden.



Mit der linken Pfote auch während der Fahrt blind erreichbar, nicht störend und optisch zumindest erträglich. Meine angedachte Variante mittels würdigem Kupferrohr scheiterte an der Verfügbarkeit im Hachenburger Outback und der genetisch bedingten Ungeduld meinerseits, ich hatte kein Verlangen 100 km zu fahren um Röhrchen zu kaufen. Die 8mm Variante des ortsansässigen Heizungsbauers war dann doch etwas überdimensioniert. Im Autozubehör gab es dann einen Kraftstoffschlauch + passenden Anschluss an das 1/4“ Gewinde.

Das war der leichte Part, nun ging es um die Konstruktion einer passenden Düse und das Verlegen der Leitung, möglichst ohne Löcher ins Moped zu bohren.
Im Schraubenfundus fand ich eine durchbohrte Schraube vom Mountainbike, die schliff ich etwas an und testete danach die Dosierung der Tropfen.


Selbiges erwies sich als mühsames Geduldsspiel, durch die lange Leitung und das geringe Gefälle nervig.


Geduld ist mein 2. Vornahme, also zackig weitergemacht, in der Hoffnung, mittels Zentrifugalkraft wird das Öl auf die Kette verteilt. An der eigentlich optimalen Position unten fand ich keine Befestigungspunkte ohne mit dem Bohrer...



Nach 900 km Fahrt ins Vogtland und zurück erwies sich die Konstruktion als untauglich.
Das Öl kommt in zu großer Menge, ist nicht richtig dosierbar und saut auch nach Schließen des Ölers noch ewig den Boden ein.

Also neu nachgedacht. Entscheidend ist eine Reduzierung des Durchfluss Menge, dazu setzte ich eine Kunststoffdüse (Fluid Spraydose) in den Schlauch. 
Die Austrittsöffnung wurde oberhalb des 20 er Ritzels positioniert. 


Theoretisch suboptimal, dass Öl tropft von aussen auf die Kette, Tropfgeschwindigkeit jetzt ungefähr 1 Tropfen alle 30 Sekunden.



Praxis schlägt Theorie, eine ausgedehnte Probefahrt mit 2 fachen Einsatz von je 10 km Schmierung ergab folgendes:



Die Kette sieht geschmiert aber nicht eingesaut aus, am Hinterrad sind keine Ölreste. Oben auf dem Bild ist der Ölverbrauch zu erkennen. Dürfte ausreichen, so alle 150 km für ≈ 10 km zu schmieren, zumindest bei Trockenheit.

Gesamtkosten knapp 20€.

Wird nach längerer Erfahrung ggf. ergänzt. 

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