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20.02.2016

Selbstverteidigung, Selbstschutz erforderlich?

Selbstverteidigung, Hype oder inzwischen erforderlich?


Dieser Beitrag ist meine subjektive Meinung, muss selbstverständlich niemand so sehen.
Es liegt mir fern, Flüchtlinge, Migranten, Menschen anderer Nationalität, Religion, Hautfarbe zu diskriminieren! Den meisten Stress in meinem Leben habe ich bisher mit Deutschen gehabt ;=)

Als Ex-Cptn. der Bundeswehr mit etlichen Einsätzen, von Bosnien bis Afghanistan ist mir der Umgang mit Waffen diverser Kaliber und Bauart natürlich geläufig.
Das Thema Selbstverteidigung bzw. Selbstschutz, Eskalationsstufen auch.


Zuerst steht immer die Überlegung, welches Szenario erwartet mich und wie rüste ich mich dafür aus?


Bei der Ausrüstung ist zwischen passivem Schutz (Weste, gepanzertes Fahrzeug) und aktivem Schutz (Bewaffnung, geeignete Route etc.) zu unterscheiden.

Manchmal helfen auch „Fachkräfte“ vor Ort aus :=)


Wobei es ein schwerer Fehler wäre, nur auf Grund der Optik Menschen zu unterschätzen!
Die Burschen hatte alle jahrelange Kriegserfahrung und sicher keinerlei Skrupel ;=)

Was hat das nun mit uns in Deutschland zu tun?

Die politische Situation verändert rasant das Bevölkerungsbild. Der faktisch mehr oder weniger unkontrollierte Zustrom verschiedenster Nationalitäten und Religionen stimmt mich zumindest nachdenklich. 
Es ist nicht mehr klar zu erkennen, wer steht mir gegenüber. Das kann vom traumatisierten Flüchtling bis zum ausgebildeten IS Kämpfer mit Kriegserfahrung alles sein! 
In einer unserer Talkshows würde mir jetzt sicher ein Politiker oder eine Politikerin mit Wahrscheinlichkeit und Statistik kommen.
Ok, hätte ich eine dienstlich gestellte gepanzerte Limousine und 2 Bodyguard......
Gut, statistisch betrachtet habe ich in gut 60 Jahren 2 x den Sicherheitsgurt und 1 x den Fahrradhelm benötigt. Also eigentlich zu vernachlässigen ;=)
Real betrachtet wäre ich ohne den Gurt vermutlich nicht so alt geworden, ohne den Helm hätte ich zumindest einen Schädelbruch gehabt. 

Und nun?

Es wird oft geschrieben, „die Bevölkerung“ hätte mehr Angst. Nein, ich hatte in den Einsätzen keine Angst, habe sie auch jetzt nicht. Was nicht bedeutet, dass ich mir keine Gedanken mache, mich nicht auf Eventualitäten vorbereite! Dazu gehört auch eine realistische Selbsteinschätzung. Ich bin Anfang 60, trainiere regelmässig Fitness, 1,85 m und wiege 100 kg. Erfahrungsgemäß niemand, der permanent als Opfer gesehen wird. Was mich natürlich nicht vor Betrunkenen, Junkies oder in der Gruppe „mutigen“ Idioten beschützt. Ausserdem ist of meine Frau mit dabei, schnell wegrennen dann nicht die angebrachte Option. Wer mich angreift, ist im Regelfall erheblich jünger, körperlich fiter, u.U. Kampfsportler. Wenn der mir eine reinhaut, habe ich schlechte Karten. 


Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich treibe mich nicht in zwielichtigen Kneipen rum, pisse keinem Rocker an die Harley etc. 
Bedeutet, ich versuche Konfrontationen zu vermeiden, nicht mit Idioten zu diskutieren.
Irgendwann kommt aber der Punkt, da ist klar, ich stehe mit dem Rücken zur Wand, jetzt wird es eng! Die Strategie für den Soldaten ist klar (Schusswaffen betrachte ich jetzt nicht), stehen drei Nasen vor mir, kann ich mich nicht lange mit einer aufhalten. Bedeutet ein Schlag oder Tritt auf Stellen, wo der Gegner direkt umfällt. 
Mache ich das als Zivilist in Deutschland, steht vermutlich am nächsten Tag in der Presse:“Ex Offizier und Afghanistan Kämpfer prügelt traumatisierten Migrant ins Koma“!
Die wollten doch nur diskutieren, meine Frau vögeln, mein Smartphone, meine EC-Karte...

Legale Abschreckung mit meinen legalen Sportwaffen ist schlechterdings in der Öffentlichkeit unmöglich, ein Waffenschein bekommt hier nur, wer mehrfach erschossen wurde ;=)



Da interessiert es kein Schwein, dass du vermutlich besser ausgebildet bist, als die meisten (nicht alle :=) Polizisten, im Jahr über 1000 Schuss auf dem Schießstand raushaust. Unsere Rechtslage ist eben so.


Was geht legal?

Mit dem kleinen Waffenschein dürfen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB Zulassungszeichen (im Kreis) geführt werden.
Wichtig! Dieser Waffenschein berechtigt nicht dazu, Waffen bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen oder öffentlichen Veranstaltungen zu führen. 
Komme ich also zufällig zu einer Demo, Faschingsumzug etc. bewege ich mich auf dünnem Eis!


Der Röhm RG 69 ist ≈40 Jahre alt, die Munition dto.
Beides funktioniert tadellos. Ich habe 2 x Schreckschuss und 4 x CS geladen, als Schreckschuss inzwischen Flash Defence (da kostet 1 Schuss deutlich mehr als die 357 er Magnum Munition). CS würde ich durch Pfeffer ersetzen, wenn es denn momentan Munition gäbe. 

Vorteil Waffe:
Macht Krach, ist von niemandem auf die Schnelle von einer richtigen Schusswaffe zu unterscheiden, gerade der Revolver ist hinsichtlich Bedienung stressresistent, Abdrücken, fertig. Da ich nicht Nick Tschiller bin, reichen mir auch 6 Schuss.
Nachteil Waffe:
Gross, schwer, im Sommer schwierig verdeckt zu führen.
Kommt in der Pizzeria oder Eisdiele nicht so gut an. Schafft ggf. neue Kontakte mit dem SEK :=)
Bedienung muss, wie bei allen Systemen, geübt werden, der Umgang reflexartig erfolgen.
Kann niemand ohne regelmässiges Training!!!

Spray, egal ob Pfeffer, CS etc. 
Gibt es als Strahl (Gel) für Innenräume und als Nebel. 

Vorteil Spray:
Relativ billig, einfach zu bedienen, nicht so gefährlich wie eine PTB Waffe (mit der kann jemand auf sehr kurze Distanz u.U. ernsthaft verletzt werden). Darf, ausser im Notwehrfall, nur gegen Tiere eingesetzt werden. Aber ich verwende das nicht als Raumspray, Deo, sondern nur, wenn es brennt.
Nachteil Spray:
Windrichtung zumindest beim Nebel zu beachten, dass Strahl Spray muss gezielt werden. 

Kubotan Stick, taktische Lampe.
Der Stick ist oben am Schlüsselbund zu sehen, Lampe als Beispiel im folgenden Bild:


Lampe macht nur Sinn, wenn sie einen fest einstellbaren Flash Mode (Blinklicht in sehr schneller Frequenz) hat. Bei Dunkelheit sieht der Geblendete mehrere Sekunden nichts mehr, in heller Sonne wenig effizient. Auf Grund der Stabilität auch zur Anwendung körperlicher Gewalt geeignet ;=)

Kubotan Stick und ähnliches kann immer geführt werden, fällt nicht unter ein Waffengesetzt, gibt es auch als Kugelschreiber etc.
Ist für mich so die letzte Verteidigungslinie. Funktioniert nur bei entsprechendem Training, gezielter Schlag / Stoss auf bestimmte Punkte. Da bin ich natürlich im absoluten Nahbereich, muss auch mit Treffern des oder der Gegner rechnen. Kopftreffer mit so einem Teil sind sehr schmerzhaft.


Resümee:

Das perfekte System gibt es nicht, zu unterschiedlich kann die Bedrohungslage sein, Effizienz mancher Mittel ist stark abhängig von den eigenen Fähigkeiten, Training.

Ich habe mir angewöhnt, IMMER das Spray in der linken Tasche, den Schlüsselbund rechts zu tragen. Es ist völlig sinnfrei, ein Spray / Stick im Worst Case erst aus der Handtasche etc. zu fummeln, klappt unter Stress nie! 
Spray muss mit narrensicherer Klappe ausgerüstet sein, dass ein Sprühen in die falsche Richtung unmöglich ist.
Mit der Thematik Verteidigung muss ich mich mental regelmässig beschäftigen, Abläufe üben. Sonst wird das im Ernstfall nichts!

Also nochmal, immer mitnehmen!!!

Selbstverteidigung ist ein Grundrecht, dafür ist jede(r) selbst verantwortlich, zuständig!

§ 32
Notwehr

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

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